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Commerzbank am Ende? Keine Guthaben-Auszahlung mehr.

29. Januar 2011

Eine böse Überraschung erleben an diesem Wochenende Commerzbank-Kunden, die sich am Geldautomaten Geld aus Guthaben auszahlen lassen oder mit ihrer EC-Karte bezahlen wollen: es ist keine Verfügung möglich ! Als Kommentar gibt der Geldautomat die folgende Meldung aus: „Tages/Wochenlimit erreicht“.  Nur, daß in den vorliegenden Fällen sowohl ein Guthaben besteht als auch die Verfügungen der Woche bei 150€  bis 300 € gelegen haben – viel zu wenig, um ein Limit zu erreichen.

Diese Meldung sahen Commerzbank-Kunden, die Geld abheben wollten

Gegentests zur Abhebung an Fremdautomaten erbrachten das gleiche Ergebnis: keine Auszahlung möglich. Überrascht waren auch Kunden, die an der Tankstelle oder im Supermarkt mit EC und PIN bezahlen wollten, wo ebenfalls trotz Guthaben keine Verfügung möglich war. Die Vermutung des Autors geht dahin, daß kurz vor Monatsende die Liquiditätsreserven der Bank erschöpft sind und erst die Gehaltszahlungen der Kunden am Montag oder Dienstag wieder Verfügungen möglich machen.

Commerzbank, da war doch was ? Richtig, die Bank hat2009  insgesamt 18,2 Millarden € Staatshilfen aus Steuergeldern erhalten, um das eigene totale Versagen während der Finanzkrise auszugleichen und außerdem die ebenfalls angeschlagene Dresdner Bank übernehmen zu können, die damit endgültig vom Markt verschwunden ist. Im Gegenzug erhielt der deutsche Staat 25% der Commerzbank als Minderheitsbeteiligung/Sperrminorität, de facto ist die Commerzbank eine Staatsbank. Wie die Wirtschaftswoche erst im Januar geschrieben hat, wird auch die Rückzahlung der Staatsknete noch auf sich warten lassen. Zudem liegt der Börsenwert (28.01.2011) beim aktuellen Aktienkurs von 5,55 € bei gerade mal knapp unter 7,3 Mrd. €, d.h. daß ca.  11 Mrd. € Steuergeld einfach so verbrannt wurden. Zum Dank dafür verweigert die Commerzbank den Steuerzahlern, die sie gerettet haben, jetzt die Auszahlung der Guthaben und bringt sie in hochnotpeinliche Situationen beim Bezahlen.

Dies ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker,  die das Bankenwesen für hochkriminell halten. Wie ließ schon Berthold Brecht einen seiner Akteure in der Dreigroschenoper sagen: „Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Das Geld- und Bankenwesen in Deutschland gehört zurückgestutzt auf eine der Bevölkerung dienende Funktion, statt dieselbe auszubeuten und sich zu Herrschern aufzuspielen. Marktwirtschaftliche Prinzipien herrschen im Bankensektor schon lange nicht mehr, sonst könnten die Banken nicht auf der einen Seite fröhlich Geld verzocken, um auf der anderen Seite den Steuerzahler zum Ausgleich der im Spielkasino erlittenen Verluste zu schröpfen.  Gleichzeitig muß ein radikaler Schnitt im Geldsystem erfolgen, denn die in diesem System aufgelaufenen Schulden können niemals mehr zurückgezahlt werden: abgesehen davon, daß es nicht so viel Geld (Bargeld- und Buchgeld zusammengenommen) gibt wie die Summe von allen Staats- und Privatschulden zusammen, würde die Rückzahlung auch dazu führen, daß kein Geld mehr im System ist, da Geld nur durch Kredit + Zinsen entsteht; die Banken dürfen bei der aktuellen Gesetzeslage aus 2 € Guthaben, das ein gutgläubiger Kunde bei Ihnen hat, 100 € an Krediten vergeben und darauf Zinsen kassieren. De Facto machen sie damit Geld aus Nichts, sprich: alles nur heiße Luft. Die gesamte Rückzahlung dieses Kreditgeldes würde die Wirtschaft komplett zusammenbrechen lassen, da ohne Geld kein Handel mehr möglich ist. Wer das verstanden hat, legt kein Geld mehr in Form von Sparbuch, Tagesgeld, Anleihen, Lebensversicherungen usw. mehr an, da die Rückzahlung dieses Geldes jederzeit ausgesetzt werden kann – wie der aktuelle Fall beweist.

Wir brauchen also wieder ein Geldsystem, bei dem Geld und damit Wert positiv über Leistung entsteht und nicht negativ durch Kredite und Zinsen. Interessanterweise hat die WELT dazu ganz aktuell einen Artikel veröffentlicht:
Heimsuchung durch den Fluch der Schulden.

Daß auch die Politiker keine Ahnung haben, worüber sie dort abstimmen, zeigte eine Umfrage unter Politikern vor der Abstimmung zum Rettungspaket, ob sie denn wüßten, wie viele Nullen eine Billion hat. Keiner wußte die richtige Antwort (Leider finde ich das Youtube-Video dazu nicht mehr, kann jemand im Kommentarbereich aushelfen ?)

Wer sich populärwissenschaftlich, aber korrekt über das Geldsystem informieren möchte, dem seien zum Einstieg die folgenden, sehr gut gemachten Videos empfohlen:

„Wie funktioniert Geld ?“, insgesamt ca. 16 Minuten, Zeichentrick

http://www.veoh.com/collection/Randmedien/watch/v10621879deZNzn8B

„Gib mir die Welt plus 5%“ – insgesamt ca. 55 Minuten, Bildergeschichte

http://video.google.com/videoplay?docid=8862164735311239449#

„Money as Debt“ (Englisch mit UT) – 47 Minuten, Dokumentation mit Anteilen Zeichentrick

http://video.google.com/googleplayer.swf?docid=6433985877267580603&hl=de&fs=true

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10 Kommentare leave one →
  1. Michael permalink
    30. Januar 2011 14:49

    oh gott, ich habe dort noch guthaben, werde gleich meine Kumpels benachrichtigen am Montag vorsichtshalber alles abzuheben

  2. Thomas Wimmer permalink
    31. Januar 2011 08:56

    Was ein Nonsens! Ist wohl nur ein technisches Problem gewesen. Bei mir und all meinen Bekannten funktionierte das am WE wie immer: nämlich reibungslos!

    Aber Hauptsache, irgendwelche Gerüchte gestreut!

  3. Norbert permalink
    31. Januar 2011 13:57

    Keine Probleme. Weder am Automaten noch bei Onlineüberweisungen. Ich habe mein Firmenkonto bei der Commerzbank und Freitag wie Samstag konnten größere Überweisungen getätigt werden. Und alles verbucht.

  4. Fiennes permalink
    5. Februar 2011 14:03

    Lieber aktivposten,
    vielen Dank für Deine sehr aktive Beiträge.
    Mag es aber nicht daran liegen, dass Du einfach kein Geld mehr auf Deinem Konto hattest?
    Ich denke, alle Banken dieser Welt zeigen in allen Sprachen ein gleiches Bild. Daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern: ohne Moneten ist’s doch verdammt schwer!

  5. 5. Februar 2011 15:07

    Lieber Fiennes,
    nein, mein Konto bei der Commerzbank ist schon seit der „Rettung durch den Staat“ gekündigt, ich bin bei der KSK. Das Foto stammt von einer Betroffenen, die mir auch den sofort gezogenen Kontoauszug mit ausreichend Guthaben (nicht Dispo) und keinen übermäßigen Verfügungen zeigte (waren ca. 200,-€ in einer Woche). Ich kann ja mal fragen, ob die mit einer Veröffentlichung seines Kontoauszugs einverstanden ist.
    Außerdem kenne ich die Meldung, wenn kein Geld mehr da ist, dann steht da nämlich „Keine Verfügung möglich“ oder so ähnlich und nicht „Limit überschritten“, EC ist ja keine Kreditkarte.
    An diesem Samstag stand ich aber bei HIT, wo eine Kundin vor mir mit Ihrer CoBa-Karte auch diese Probleme hatte, und da ich anschließend in der Stadt war, habe ich mir den Spaß gemacht, mal die Geldautomaten bei der CoBa zu beobachten. Es waren diverse Leute mehr betroffen. Die CoBa brauchte ja erst vor kurzem frisches Geld (Kapitalerhöhung). Das is ein Fakt (Die wollte auf diese Weise auch den SoFFiN raushaben, hat aber nicht geklappt).
    Die Überschrift trägt ja ein „?“, weil es eben auch andere Ursachen haben konnte und kann. Da aber der ausgewiesene „Gewinn“ der Commerzbank nicht aus dem operativen Geschäft stammt, sondern aus den Kapitalspritzen, und die auch die Hilfsgelder nicht zurückzahlen, lag der Verdacht eines sehr kurzfristigen Liquiditätsengpasses nahe.

  6. Fiennes permalink
    5. Februar 2011 16:24

    Meme dans le rebut on trouve des joyaux!

  7. 1. Januar 2013 16:24

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