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Demonstration der Aramäer in Köln, 28.11.2010

29. November 2010
Start: Ebertplatz
Demo, Ebertplatz 28.11.2010

Demo, Ebertplatz 28.11.2010

Köln, 28.11.2010, gegen 12:30 Uhr. Auf dem Ebertplatz in Köln versammeln sich Menschen zu einer Demonstration. Es sind aramäische Christen, die auf das Schicksal ihrer Glaubensgenossen im Irak hinweisen möchten. Dort war es am 31.10.2010 in Bagdad nach einer Geiselnahme von Moslems in einer Kirche zu einem Massaker gekommen, dem mehr als 50 Christen zum Opfer fielen, darunter Säuglinge, Kleinkinder und Frauen. OpenDoors berichtet sogar, daß es danach zu einer „ethnischen Säuberung“ in diesem Stadtteil gekommen ist, indem die Christen die ultimative Wahl zwischen sofortigem Wegzug und Vernichtung hatten. Die Teilnehmer kommen aus allen Regionen Deutschlands, 2 volle Reisebusse kamen allein aus Wiesbaden. Dazu haben sich Menschen aus Gütersloh, wo die größte aramäische Gemeinde Deutschlands (ca. 15.000 Mitglieder) ihren Sitz hat, Bocholt, Stadtlohn/Gronau, Göppingen, Bonn und natürlich Köln versammelt.

Sie tragen Plakate und Transparente, mit denen sie gegen das Massaker in Bagdad

Stoppt die Vernichtung der Christen im Irak

Stoppt die Vernichtung der Christen im Irak

Wir klagen Euch an

Wir klagen Euch an

protestieren oder auf die Situation der Christen im Irak hinweisen. Einige klagen auch konkret den Westen an, nichts zu unternehmen. Zu Beginn hält der Episkop der Gemeinde von Göppingen eine Ansprache, in der er zum Frieden aufruft und die Anwesenden auffordert, sich ruhig und freundlich zu verhalten.

Hass oder Gewalt ? – „Die doch nicht!“

Wo bei Demonstrationen von Muslimen, die ja auch gerne von den linken Krawallmachern unterstützt werden, ganze Hundertschaften eingesetzt werden müssen, um selbst bei kleinen Demos Ausschreitungen und Straftaten zu verhindern, da genügt heute ein einsamer Streifenwagen mit

Ein einsamer Polizeiwagen

Ein einsamer Polizeiwagen

2 Beamten. Auf die Frage, ob sie irgendwelche Probleme erwarten, antwortet ein sehr netter Polizist: „Nein, überhaupt nicht, das sind doch alles friedliche Menschen, die nur auf großes Unrecht hinweisen. Solche Demos sind überhaupt kein Problem für uns.“ Sein Kollege pflichtet bei: „Die doch nicht!“ Neben den Streifenwagen an der Strecke, die dem Zug auf seinem Weg vom Ebertplatz zum Dom die Straße freihalten, begleiten lediglich 2 Fahrradpolizisten die Demo die ganze Zeit über.

In dem Zug dürften ca. 1000 Menschen sein, darunter auch Butros (Name auf Wunsch geändert), ein junger Aramäer und studierter BWLer, der erst vor 3 Jahren als anerkannter Asylant (religiöse Verfolgung) nach Deutschland gekommen ist. Er spricht schon sehr gut Deutsch und erzählt von Bonn, der Stadt, in der er seit seiner Flucht aus dem Irak lebt. Dort wären alle Deutschen ausgesprochen nett zu ihm, von den Nachbarn angefangen bis zu den Arbeitskollegen. Anfeindungen kennt er nicht, Deutschland findet er „klasse“. Überhaupt erweisen sich die Demonstranten von jung bis alt als sehr angenehme Gesprächspartner, die allesamt Deutsch sprechen und natürlich Arbeit haben. Nein, in „Ghettos“ wohnen sie nicht, sie wollen keine Parallelgesellschaft gründen, die meisten, die länger hier sind, fühlen sich als Deutsche unter Deutschen. Ein junger Systeminformatiker gibt mir für meinen blutjungen Blog heiße Tipps. „Das Layout ist nicht so wichtig, wenn Du gut schreiben kannst. Du musst die Haupt-Schlagwörter im Text wiederholen und am besten verlinken. Bildunterschriften sind wichtig, die werden ausgelesen.“ Ich verspreche ihm, das zu berücksichtigen.

Ja, solche Einwanderer wollen wir, die lernen und arbeiten und Tipps geben und dabei trotzdem ihre eigene Kultur lieben und leben. Eine junge, sehr hübsche Frau aus Göppingen erzählt, sie fühle sich „super in Deutschland integriert“, trotzdem werde zu Hause Aramäisch gesprochen, damit diese Sprache nicht ausstirbt. Im Gottesdienst wird auch noch ab und zu aramäisch gepredigt und gesungen. Wenn Gäste da wären, die das nicht verstünden, würde man entweder darauf verzichten oder übersetzen. Wenn hier in Deutschland doch nur alle mit „Migrationshintergrund“ so wären…

Vater, vergib Ihnen, …

Unterwegs skandieren die Demonstranten „Frieden, Freiheit für die Christen im Irak“ auf Deutsch, und wahlweise „Märtyrer können nicht sterben“ und „Zeugen können nicht sterben“ auf Aramäisch. Hassgefühle gibt es keine, eine junge Demonstrantin hält ein Schild mit dem Jesus-Spruch aus Lk. 23,34 hoch: „Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Was für ein Unterschied zu den Bildern aus islamischen Ländern, wo Fahnen und Bibeln verbrannt werden und die Demonstranten  Amerika/Israel/Deutschland den Jihad (hl. Krieg des Islam) erklären oder ganz allgemein den „Tod der Ungläubigen“ fordern. Wahre Christen stellen eben nach dem Vorbild ihres Herrn, Jesus Christus, keine Gefahr dar, sondern beten sogar noch für Ihre Verfolger.

Der Vergleich der Bilder (Moslems bei einer Demo in London – Christen in Köln) spricht für sich….

Demonstration von Muslimen

Radikale Moslems

denn sie wissen nicht, was sie tun

´Radikale´ Christen

Ein kleiner Zwischenfall

Zu einem kleinen Zwischenfall kommt es, als der Zug auf Höhe der Christophstraße von den Ringen Richtung Dom abbiegt. Eine junge Dame, die die Demo-Ankündigung wohl nicht mitgekriegt hat, schimpft auf die „Idioten, die die ganze Innenstadt blockieren“ und fordert „Sollen die doch zu Hause demonstrieren“ (Würden die ja sogar, wenn sie in ihrem Heimatland nicht unter unentwegter Verfolgung leiden würden).

Auf meinen diesbezüglichen Hinweis ruft sie zornig aus: „Ich komm´ zur spät zur Arbeit, da ist es mir sch…egal, wer wen wo abschlachtet!“ Glückliches Deutschland, wenn Du nur solche Probleme hast.

Ansonsten sind die Autofahrer sehr verständnisvoll. Alle bekommen den Zettel mit der Erklärung in die Hand und warten gerne, bis der Demonstrationszug vorbei ist. Ein Familienvater, der die Demo beobachtet, fordert, die Moscheebauten in Deutschland so lange zu stoppen, bis die Mörder gefasst und verurteilt sind. Ein älterer Beobachter findet es „furchtbar, dass die dt. Regierung dazu schweigt und lieber den Moslems die Hand reicht.“

Lediglich ein muslimischer Taxifahrer in Bahnhofsnähe weist auf „1,2 Mio. Iraker hin, die dem Krieg mit den USA zum Opfer gefallen sind“ und „das wegen 50 oder 70 Toten jetzt hier eine Demo veranstaltet wird, das ist doch übertrieben.“ Das Anliegen findet er trotzdem in Ordnung.

Beredtes Schweigen der „Empörten“

Wer nach offiziellen Vertretern der beiden Kirchen, Parteiangehörigen (wo sind die Linken, die sich sonst die Rechte jeder kleinen angeblich unterdrückten Minderheit auf die Fahnen schreiben?) oder gar Gesandten der Moslemverbände sucht, wird hier nicht fündig. Von den sonstigen Berufs -Betroffenen oder -Empörten lässt sich ebenfalls keiner sehen. Auch meine Suche nach der sonst omnipräsenten dt. Journaille oder einem Team von WDR, Radio Köln oder RTL (sitzt auch in Köln) bleibt erfolglos. Ein Vertreter des Veranstalters, der „Jungen Aramäischen Union“ (JAU), erklärt zwar, dass die Presse und das Fernsehen Einladungen erhalten hätten, aber was sind  500-1000 Demonstranten, die friedlich gegen ein Massaker an über 50 Christen auf die Straße gehen, gegen Spontandemonstranten, die gewaltsam und mit Morddrohungen auf den Lippen gegen ein paar lächerliche Karikaturen zu Felde ziehen ? „Der Frieden ist kein Geschäft für uns“, hat mal ein Journalist geäußert. Dieser Eindruck bestätigt sich hier. Dankbar nehme ich daher die wenigen anderen Unterstützer zur Kenntnis: die ÖDP ist mit dem Vorsitzenden des AK Christen und Ökologie, Martin Kämpf, vertreten. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GFBV)

Plakat der GFBV

Plakat der GFBV

sieht offenbar die reale Gefahr eines Genozid an den Aramäern (auch Chaldäer, Assyrer, oder Nestorianer genannt, die eigentlichen Ureinwohner von Assyrien, dem heutigen Irak, bevor die Moslems das Land gewaltsam unterwarfen und zwangsislamisierten) und hat mehrere Personen mit einem großen Plakat zur Demo geschickt. Ein paar Russisch-Orthodoxe schwenken eine deutsche (!!!) Fahne, und die türkisch-orthodoxe Kirche (Armenier) erinnern mit einer besonderen

Gestern Türkei Heute Irak Morgen Europa

Warnung vor dem Islam

Warnung an den türkischen Völkermord 1914, dem mehrere Millionen Armenier zum Opfer gefallen sind: „Gestern Türkei Heute Irak Morgen Europa“ steht auf ihrem Plakat.

Außerdem weist dieselbe Gruppe auf das Schicksal des letzten christlichen Kloster in der Türkei, Mor Gabriel hin. Sie kritisieren Bundespräsident Christian Wulff, der zwar vor kurzem in der Türkei war, aber dem Problem Mor Gabriel aus dem Weg gegangen ist.

Einen besonderen Farbtupfer stellt Iris Marczian

Iris Marczian

Iris Marczian

dar, die mit einer armenischen Fahne umwickelt die polnisch-armenische Minderheit vertritt. Sie berichtet sogar von einem aktuellen Völkermord an den Alewiten in der Türkei, der bisher noch überhaupt keine Öffentlichkeit gefunden hat.
„Sappsusi“ von PI-Köln fragt mich, ob ich von der offiziellen Presse bin. Nein, rein  privat, damit das nicht untergeht. „Dem WDR hätte ich in den A… getreten“, meint sie daraufhin gut gelaunt.

Während wir reden, fallen mir noch 2 Mitglieder von BPE (Bürgerbewegung PAX Europa) auf, die auf Ihrem Plakat in Deutsch und Arabisch vor der Scharia warnen. Allen Genannten gebührt der Dank der Verfolgten!!

Plakat -Scharia- BPE

Plakat -Scharia- BPE

Die Angestellten im „Dom“ wissen nicht, was direkt vor „ihrem“ Dom passiert

Auch bei der Abschlusskundgebung am Dom outet sich kein Offizieller der bundesdeutschen Betroffenheitsliga. Zwar wurde mehrfach während des Zuges darüber spekuliert, ob wohl Kardinal Meißner da sein werde, diese Hoffnung erfüllt sich leider nicht. In einer Schweigeminute zu Beginn wird noch einmal der über 50 Opfer gedacht, dabei wird das Bild des 3-jährigen Adam, der sich gegen das Massaker gewehrt hat, hochgehalten. Während einer Rede auf Aramäisch, die ich ohnehin nicht verstehe, verschwinde ich mal kurz im Dom und interviewe die Kirchenangehörigen, die dort Spenden einsammeln und Besucher auf Ihre Kopfbedeckung hinweisen. Ob sie denn wüssten, was da draußen vor dem Dom los ist. „Keine Ahnung“, ist die Standardantwort. Auf  meinen Hinweis „Massaker Aramäer Irak“ kommt „Sin´ dat die mit denne Fahne, die he im Dom rumrenne?“

Die aramäische Flagge

Die aramäische Flagge

Ja, das sind die mit den Fahnen. Von dem Massaker haben sie immerhin gehört. „Finden sie nicht, dass ein offizieller Vertreter Ihrer Kirche dahin gehört hätte?“ Kein Kommentar. Ein junger Mann sagt „Wir sind hier nur Angestellte“ und dreht sich demonstrativ weg. Nächster Versuch am anderen Eingang. Zwei Rotberobte gucken sich an, zucken mit den Schultern. „Rufe se am beste morjen dän Prälat an, de kann inne helfe.“ Weiteres lassen sie sich nicht entlocken.

Dafür stoße ich draußen auf einen jungen Mann aus Siegen, der mit seiner brasilianischen Frau (13 Jahre in Deutschland) das Geschehen beobachtet. „Die Moslems nehmen uns und anderen auf Dauer die Freiheit“ sagt sie ohne Umschweife in einwandfreiem Deutsch. Ihr Mann ergänzt: „Für jede Moschee hier muß in der Türkei, Pakistan usw. eine Kirche gebaut werden.“ „Und Moscheen mit Minaretten gehen hier gar nicht.“, ergänzt er auf meinen Hinweis auf die Schweizer Abstimmung.  Einen gut gekleideten Anfang-Fünfziger Beobachter frage ich noch mal nach den Kirchenvertretern. „Die Kirche können sie vergessen, was das angeht“ antwortet er ernst. „Und die Presse erst recht“ ergänzt er noch nach kurzem Nachdenken.

„Wo sind die Drahtzieher des Schweigens ?“

Plakat Warum schweigt Ihr

Plakat Warum schweigt Ihr

Mittlerweile ist der Vorsitzende der JAU, Lukas Özdemir (ja, genau wie der Cem von den Grünen), ans Rednerpult getreten. Er fragt, wo denn die deutsche Presse sei, die bei einer angekündigten Koranverbrennung in den USA in tagelange Hysterie verfallen ist und das Massaker im Irak mit „Geiselnahme endet mit Blutbad“ erledigten. Zustimmender Beifall.

Er vergleicht das Weggucken heute mit dem Weggucken 1938. Und er erklärt, dass es damals wie heute die „normalen“ Leute waren, die entweder Beihilfe durch Nichtstun geleistet oder  Juden (heute die Christen) aktiv „den Henkern ausgeliefert“ hätten.  

Die Drahtzieher der der Attacke identifiziert er im „Irak, Arabien, Türkei, Pakistan“.  Dann fragt er nach den „Drahtziehern des Schweigens. Arbeiten nicht beide Hand in Hand?“

Er benennt und begründet danach die Hauptforderung, nämlich eine von den USA garantierte Schutzzone für die Aramäer im Irak. Die Kurden und die Schiiten  haben jeder für sich so eine Schutzzone, er fordert daher gleiches Recht für die Aramäer.

Beschützt uns vor den Terroristen

Beschützt uns vor den Terroristen

Zum Schluß weist er noch auf andere Opfer islamischen Terrors hin: die Kopten in Ägypten, die Journalisten im Iran, Theo van Gogh…

(Aus Aktualitätsgründen füge ich noch diesen Artikel vom 28.11.2010 ein, in dem berichtet wird, daß 2 Afghanen die Todesstrafe wegen Apostasie (Abfall vom Islam) droht. So ist sie nunmal, die „Religion des Friedens“.)

Die ganze lesenswerte Rede findet sich hier.

Integrieren durch Ignorieren kann nicht funktionieren

Zum Abschluß der Kundgebung spricht Michael Höhne-Pattberg, ein ehemaliges Grünen-Mitglied (jetzt „Freie Union“) und Ex-Ratsherr des Stadt Krefeld. Er hat sich seit Jahren mit dem Problem des Jihad und den politischen Aktivität der Migranten befaßt und berichtet jetzt über Zusammenhänge der IGMG (Islamische Gemeinschaft Milli Görus) und verfassungsfeindlichen Aktivitäten. Auch vor den Unterwanderungen der verschiedenen Parteien durch die „Grauen Wölfe“ einer extremen türkisch-nationalistischen Gruppierung weist er hin. Den meisten Applaus erhält er für die Aussage: „Integrieren durch Ignorieren kann nicht funktionieren!“, nachdem er auf vielfältige Ignoranz der Probleme durch Gerichte und Politik hingewiesen hat.

Der Episkop aus Göppingen schließt mit einem Gebet.

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6 Kommentare leave one →
  1. Lukas permalink
    30. November 2010 02:34

    Ein Klasser Artikel, vielen vielen Dank für die Solidarität …

  2. ms m permalink
    30. November 2010 12:02

    super artikel, weiter so !

    aramäer 4life ❤

  3. V. I. D. S. W. N. W. S. T permalink
    30. November 2010 12:44

    Gott segne den, der diesen Artikel geschrieben hat.

  4. Leon Schamoun permalink
    8. Dezember 2010 20:29

    Auch ich bedanke mich ganz herzlich an alle die sich die Mühe gemacht haben das Artikel zu schreiben und gleichzeitig danke ich denen die sich die Mühe gemacht haben an der Demo Teil zunehmen

Trackbacks

  1. Demonstration der Aramäer in Köln, 28.11.2010 « JUNGE ARAMÄISCHE UNION

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